Coperion setzt bei der CSpro Extrudersteuerung auf flexible HMI-Architektur mit atvise®: Parametrierbare Maschinensteuerung reduziert Software-Engineeringaufwand und schafft maximale Erweiterbarkeit.

Moderne Extrusionsanlagen stellen hohe Anforderungen an Steuerungssysteme: Neben präziser Prozessregelung und umfangreicher Datenerfassung müssen Bedienkonzepte flexibel skalierbar, einfach erweiterbar und langfristig wartbar sein. Coperion setzt für die CSpro-Steuerung seiner Doppelschneckenextruder, bestehend aus Siemens-SPSen und dem HMI-/SCADA-System atvise® von Bachmann Visutec, auf eine leistungsfähige und zukunftssichere Automatisierungsplattform.

Die Kombination aus leistungsfähiger Steuerungstechnik und der offenen HMI-Plattform atvise® ermöglicht eine standardisierte Maschinenarchitektur, bei der unterschiedliche Maschinenvarianten ohne zusätzlichen Programmieraufwand konfiguriert werden können. Entscheidend für Coperion ist dabei nicht nur die Möglichkeit, hohe Ansprüche an das Design des Frontends umzusetzen, sondern vor allem die technische Offenheit der Plattform. Sie ermöglicht es, das Software-Engineering weitgehend zu automatisieren und dadurch den Softwareaufwand pro Projekt nahezu auf null zu reduzieren.

Einsatzbereich: Steuerung von Doppelschneckenextrudern

Coperion setzt atvise® in der CSpro-Steuerung seiner Doppelschneckenextruder ein. Diese Maschinen kommen überall dort zum Einsatz, wo Kunststoffe, Compounds und andere Materialien kontinuierlich aufbereitet, gemischt, modifiziert oder verarbeitet werden. Dank ihres modularen Aufbaus und ihrer hohen Prozessflexibilität eignen sich Coperion Doppelschneckenextruder für ein breites Anwendungsspektrum, beispielsweise in der Kunststoffindustrie, der chemischen Industrie, beim Kunststoff-Recycling sowie für Spezialanwendungen mit hohen Anforderungen an Produktqualität und Prozesssicherheit.

Innerhalb der CSpro-Steuerung übernimmt atvise® die Visualisierung und Bedienung sämtlicher Maschinenfunktionen. Bediener können Prozesswerte überwachen, Rezepte verwalten, Maschinenparameter konfigurieren sowie Diagnose- und Alarmfunktionen nutzen. Durch das konsequent parametrierbare Steuerungskonzept lassen sich unterschiedliche Maschinenkonfigurationen ohne zusätzlichen Programmieraufwand abbilden. Neue Funktionen und Maschinenoptionen können effizient in die bestehende Plattform integriert werden, wodurch eine standardisierte und zugleich flexibel erweiterbare Steuerungslösung entsteht.

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Über Coperion GmbH

Coperion ist ein weltweit führender Anbieter von Maschinen- und Anlagenlösungen für die Kunststoff-, Chemie-, Lebensmittel- und weitere Prozessindustrien. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Doppelschneckenextruder sowie komplette Compoundieranlagen und verbindet dabei Verfahrenstechnik mit moderner Automatisierung. Die Steuerungssysteme von Coperion bieten umfangreiche Funktionen wie Produktionsdatenerfassung, Rezeptverwaltung, Auswertung und die Integration in industrielle Kommunikationsumgebungen.

CaderaDesign
Über CaderaDesign GmbH

CaderaDesign ist ein auf Industrieprodukte spezialisiertes Design- und Entwicklungsunternehmen mit den Schwerpunkten User Experience, Human Machine Interfaces (HMI), Industrial Design und digitale Produktentwicklung. Das Unternehmen unterstützt Maschinen- und Anlagenbauer bei der Entwicklung intuitiver Bedienkonzepte. Dabei verbindet CaderaDesign nutzerzentriertes Design mit fundiertem technischem Verständnis, um leistungsfähige und zukunftsfähige Bedienlösungen für industrielle Anwendungen zu entwickeln.

Ausgangssituation: Bestehendes Konzept auf neue Technologie übertragen

Coperion verlieh seiner bewährten Extrudersteuerung CSpro ein neues Graphical User Interface. Die vorherige CSpro-Generation nutzte bereits atvise® als Basis für die Maschinenbedienung. Die Aufgabe im Rahmen des Relaunches bestand im Kern darin, das bestehende Bedienkonzept in das neue Design und Bedienkonzept von CaderaDesign zu überführen und dabei technologisch weiterzuentwickeln. Das bereits etablierte Konzept einer parametrierbaren Maschine sollte in einer modernen, leistungsfähigen Bedienoberfläche auf Basis von atvise® abgebildet und für zukünftige Anforderungen flexibel ausgebaut werden.

Dabei standen folgende Anforderungen im Fokus:
  • Umsetzung der Designvorgaben des Industrial-Design-Büros CaderaDesign für eine einheitliche und moderne Bedienoberfläche,
  • Umsetzung einer einheitlichen Steuerungsarchitektur für verschiedene Maschinengrößen,
  • Minimierung des Software-Engineeringaufwands pro Maschine,
  • automatische Generierung der Bedienoberfläche und Funktionalitäten über Front- und Backend,
  • einfache Erweiterbarkeit zukünftiger Funktionen,
  • langfristige Wartbarkeit und Upgradefähigkeit.


Die offene Architektur von atvise® war dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

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„Mit anderen SCADA-Systemen wäre es gar nicht oder nur in Ansätzen möglich gewesen, das neue Konzept der CSpro so umzusetzen",

Nico Arbter, Entwicklungsingenieur bei Coperion über die Bedeutung der Plattform.

atvise® ermöglicht individuelle Anpassung ohne Eigenentwicklung

Eine besondere Stärke von atvise® liegt in der Verbindung von Produktstandard und individueller Anpassbarkeit. Für Coperion bedeutete dies: Die grundlegenden Funktionen einer industriellen HMI-Plattform stehen zur Verfügung, gleichzeitig bleiben umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Anpassung und Erweiterung erhalten.

Im Gegensatz zu einer vollständigen Eigenentwicklung müssen Basisfunktionen wie Datenkommunikation, Verarbeitung und Visualisierungsmechanismen nicht selbst aufgebaut werden. Stattdessen kann sich das Engineering auf die eigentlichen Maschinenanforderungen konzentrieren.

Besonders wichtig waren dabei:
  • die Wiederverwendung und individuelle Anpassung bestehender HMI-Elemente an die Designvorgaben von CaderaDesign, 
  • flexible Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen,
  • serverseitige Logik zur Automatisierung wiederkehrender Aufgaben,
  • Nutzung moderner Webtechnologien.


Gerade diese Offenheit von atvise® ermöglichte es, die gemeinsam mit CaderaDesign entwickelten Designvorgaben weitestgehend umzusetzen und gleichzeitig die HMI-Architektur effizient weiterzuführen. Als HMI-Tool bot atvise® dabei nicht nur die notwendige gestalterische Freiheit für die Umsetzung des Bedienkonzepts, sondern ermöglichte darüber hinaus eine weitgehende Automatisierung des Software-Engineerings. Diese Kombination aus hoher Designfreiheit und automatisiertem Engineering war ein entscheidender Vorteil für Coperion.

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„atvise® ist im Vergleich zu anderen HMI- und SCADA-Systemen sehr entwicklerfreundlich, leicht zu lernen und bietet gleichzeitig mit dem entsprechenden Know-how die Möglichkeit, tief einzusteigen und fast alles an die individuellen Bedürfnisse anzupassen",

beschreibt Nico Arbter.

Parametrierung ersetzt individuelle Maschinenprogrammierung

Das zentrale Merkmal der Lösung ist, dass sich jede Maschinenvariante direkt über die HMI-Weboberfläche parametrieren lässt. Im Hintergrund bildet ein einheitliches Grundlagenprojekt die technische Basis. Coperion-Inbetriebnehmer können die jeweilige Maschine dadurch über die Bedienoberfläche konfigurieren, ohne für jede Maschinenvariante ein eigenes Engineering-Projekt erstellen zu müssen. Auf Basis der vorhandenen Maschinenparameter werden die benötigten Bedien- und Diagnosefunktionen automatisch generiert.

Dazu gehören unter anderem:
  • Rezept- und Auftragsverwaltung,
  • Maschinenkonfigurationen,
  • unterschiedliche Ausstattungsvarianten,
  • zugehörige Bedien- und Diagnosefunktionen.


Ansichten und Funktionen werden dabei auf Basis der Parametrierung im Hintergrund automatisch generiert. Für die meisten Projekte ist dadurch kein zusätzlicher Software-Engineeringaufwand erforderlich. Neue Maschinenvarianten können somit effizient konfiguriert und in Betrieb genommen werden, ohne die Bedienoberfläche für jedes Projekt neu entwickeln zu müssen.

Vorteile:
  • kürzere Inbetriebnahmezeiten
  • weniger Programmieraufwand,
  • schnellere Anpassung neuer Varianten,
  • höhere Wiederverwendbarkeit vorhandener Engineering-Leistungen.
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»Für uns ist bei der CSpro-Steuerung das Interessanteste, dass pro Maschine kein Programmieraufwand mehr besteht. Es wird alles innerhalb kürzester Zeit direkt im Webbrowser parametriert.« Nico Arbter Entwicklungsingenieur

Webbasierte Architektur schafft neue Möglichkeiten

Durch die webbasierte Technologie von atvise® ist die Bedienoberfläche nicht ausschließlich an ein lokales Bediengerät gebunden. Die Steuerungsarchitektur unterstützt damit moderne Anforderungen hinsichtlich Digitalisierung und Anlagenvernetzung. Coperion nutzt Funktionen wie Webzugriff, Datenbereitstellung und standardisierte Kommunikation, um die Kombination aus SPS und HMI flexibel in moderne Produktionsumgebungen integrieren zu können.

Die CSpro-Steuerung bietet umfangreiche Funktionen für Produktionsdatenerfassung, Rezeptverwaltung, Alarmmanagement und Auswertungen. Zusätzlich ermöglicht die Architektur die Integration in übergeordnete Produktionsumgebungen über standardisierte Kommunikationsmechanismen.

Modulare HMI-Struktur unterstützt komplexe Maschinen

Ein weiterer technischer Vorteil liegt in der modularen Struktur der Bedienoberfläche. Das Konzept wurde so ausgelegt, dass Informationen abhängig vom Bedarf bereitgestellt werden können.

Die Bedienung komplexer Doppelschneckenextruder erfordert den Zugriff auf zahlreiche Prozessparameter wie Temperatur, Druck oder Drehzahl. Die technische Herausforderung besteht darin, diese Informationen strukturiert verfügbar zu machen, ohne die Bedienung unnötig komplex zu gestalten.

Durch die Kombination aus modularen Funktionen und flexibler HMI-Architektur kann die Oberfläche an unterschiedliche Maschinentypen und Anwenderanforderungen angepasst werden. Die von CaderaDesign entwickelte Informationsstruktur unterstützt dabei eine effiziente Nutzung der umfangreichen Maschinenfunktionen.

Zukunftssicherheit durch Upgradefähigkeit

Ein wesentlicher Vorteil der Lösung zeigt sich über den gesamten Lebenszyklus der Maschinen. Die aktuelle HMI-Generation ist abwärtskompatibel zu früheren Versionen. Dadurch kann die Steuerung bestehender Anlagen auch nach vielen Jahren modernisiert werden.

Auch die Plattformunabhängigkeit unterstützt die langfristige Nutzung. Migrationen zwischen unterschiedlichen Betriebssystemgenerationen konnten ohne grundlegende Änderungen umgesetzt werden. Für Coperion bedeutet dies eine nachhaltige Steuerungsplattform, die sowohl aktuelle Anforderungen erfüllt als auch zukünftige Erweiterungen ermöglicht.

Effiziente Umsetzung mit vorhandenem Know-how

Da Coperion bereits vor der Einführung des neuen CSpro Graphical Interfaces über umfangreiche Erfahrung mit atvise® verfügte, konnte das Projekt weitgehend eigenständig umgesetzt werden. Für einzelne technische Fragestellungen griff das Team punktuell auf die Expertise des Application-Teams von Bachmann Visutec zurück, um die Umsetzung gezielt zu beschleunigen.

Im Rahmen eines gemeinsamen Kickoffs in Eisenstadt wurden die technische Vorgehensweise und zentrale Fragestellungen abgestimmt. Die ursprünglich für zwei Tage geplante gemeinsame Arbeit konnte bereits nach einem Tag abgeschlossen werden, da die wesentlichen Themen geklärt waren.

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„Die Flexibilität, das System an die eigenen Bedürfnisse anpassen zu können, ist der größte Vorteil von atvise®. Es ist sehr leicht einzusteigen und bietet dann sehr viele Möglichkeiten der Anpassung“,

fasst Nico Arbter von Coperion zusammen.

Fazit: atvise® verbindet Standardisierung mit maximaler Flexibilität

Das Projekt von Coperion zeigt, wie moderne HMI-Technologie den Software-Engineeringaufwand im Maschinenbau reduzieren kann. atvise® bietet eine industrielle Plattform mit allen notwendigen Grundfunktionen und gleichzeitig die Freiheit, individuelle Maschinenkonzepte umzusetzen.

Besonders anspruchsvoll war die Verbindung der hohen Designanforderungen von CaderaDesign mit einer weitgehenden Automatisierung des Software-Engineerings. Mit atvise® konnten beide Anforderungen in der notwendigen Tiefe umgesetzt werden. Die Kombination aus gestalterischer Freiheit und automatisiertem Software-Engineering schafft eine flexible und zukunftssichere Lösung für unterschiedliche Maschinenvarianten.

Coperion GmbH
  • Maschinen- und Anlagenlösungen für die Kunststoff-, Chemie-, Lebensmittel- und Prozessindustrie
  • Doppelschneckenextruder und komplette Compoundieranlagen
  • Verbindung von Verfahrenstechnik und moderner Automatisierung
  • Steuerungssysteme mit Produktionsdatenerfassung, Rezeptverwaltung und Prozessauswertung